Forschungsgruppe MiP
Forschungsprojekt

BeST | Bedarfsorientierte und effizientere Steuerung der Triebwerkswartung

Das Forschungsvorhaben BeST setzt sich zum Ziel, die MRO-Prozesse (Maintenance, Repair and Overhaul) bei Lufthansa Technik AERO Alzey (LTAA) durch den Einsatz moderner digitaler Technologien effizienter zu gestalten. Konkret soll ein Gesamtkonzept entwickelt und umgesetzt werden, um Einzelteile von Triebwerken lokalisieren und identifizieren zu können und diese Informationen für den Mitarbeiter über ein Assistenzsystem nutzbar zu machen.

Koordinator:in: Phillip Bausch M. Sc. Sophie Sandner M. Sc.
Laufzeit: 01.09.2020 – 31.08.2023
Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Ausgangssituation

Die Unternehmen der Luftfahrtbranche bewegen sich in einem kompetitiven Umfeld, welches zu einem hohen Zeit- und Kostendruck führt. Hinzu kommen eine Vielzahl vorgegebener rechtlicher Rahmenbedingungen und Dokumentationspflichten, die eine effiziente Gestaltung von Prozessen erschweren. Dieses anspruchsvolle Umfeld schließt insbesondere auch die MRO-Prozesse von Flugzeugtriebwerken am Standort der LTAA mit ein.

Eine zentrale Herausforderung bei der Optimierung der Wartungsprozesse stellt die durchgängige und fehlerfreie Verfolgbarkeit der Triebwerkskomponenten dar. Zugehörige Prozesse wie beispielsweise die Ermittlung und Dokumentation von Seriennummern sind zurzeit manuell und mit wenig zusätzlicher Unterstützung der Mitarbeiter*innen ausgestaltet, wodurch hohe zeitliche Aufwände sowie eine erhöhte Fehleranfälligkeit resultieren. Aufgrund der Vielzahl paralleler Prozesse bei großen Beständen (Work in Progress) besteht eine weitere Herausforderung darin, alle

Bauteile zur richtigen Zeit dem jeweiligen Triebwerk zuzuordnen und bereitzustellen. Insbesondere in definierten Lagerflächen entstehen dabei lange Suchzeiten nach einzelnen Triebwerksteilen.

Zielsetzung

Ziel des Verbundvorhabens ist es, Lösungen zu entwickeln, um operative Prozesse bei der Wartung und Instandsetzung von Triebwerkskomponenten in der Luftfahrt effizienter zu gestalten. Dabei wird der Ansatz verfolgt, existierende digitale Technologien zur Lokalisierung und Identifizierung sowie optische Verfahren zur automatischen Erkennung von Textinformation und zusätzlich Systeme zur Werkerassistenz in den bestehenden Prozess zu integrieren. Mithilfe eines Traceability-Systems sollen gezielt Suchzeiten reduziert und eine durchgängige Transparenz im gesamten Wartungsprozess geschaffen werden. Assistenzlösungen werden zielgerichtet auf Basis identifizierter Stellhebel im Prozess verortet, um Mitarbeitende in der Ausführung ihrer Tätigkeiten zu unterstützen. Insbesondere Aufgaben der Eingangs- und Ausgangsinspektion sowie der Prozessdokumentation werden in diesem Kontext als Ansatzpunkte untersucht. Das im Projekt entwickelte Gesamtsystem bildet im Anschluss an die Projektlaufzeit die Grundlage, um die Wartungsprozesse der Triebwerke aufgrund der geschaffenen Datenbasis und der digitalen Werkerassistenz effizienter steuern zu können.

Vorgehensweise

Die Umsetzung der entwickelten Konzepte erfolgt beim Konsortialführer Lufthansa Technik Aero Alzey am Standort vor Ort. Die Vorgehensweise im Projekt gliedert sich in fünf Phasen. Die Analyse- und Entwicklungsergebnisse aus den einzelnen Teilprojekten (Phase 1 und 2) werden in Phase 3 zu einem Gesamtkonzept konsolidiert. Anschließend erfolgt in Phase 4 die Implementierung der ausgewählten Technologien am Standort von Lufthansa Technik, bevor auf Basis dieser Umsetzung eine Validierung und bedarfsgerechte Anpassung der Systeme in Phase 5 erfolgt. Im Rahmen der Validierung werden zudem wirtschaftliche Kriterien herangezogen, um die Übertragbarkeit der Lösung auf weitere Wartungsprozesse in der Luftfahrtindustrie zu untersuchen. Das PTW trägt primär die Expertise bei der Analyse relevanter Referenzprozesse und der Formulierung von Konzepten in den beiden Themenbereichen Werkerassistenz und Traceability bei, während 3D.aero mit Kompetenzen im Bereich der Prozessautomatisierung und dem zielgerichteten Einsatz von KI-Technologien Unterstützungssysteme implementiert.

Danksagung

Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert. Wir danken für die Möglichkeit dieses Projekt bearbeiten zu dürfen.

Fördergeber

Projektträger