Forschungsaufenthalt am PTW

Im Gespräch mit Radim Veselský

21.07.2026

Ein Interview mit Radim Veselský

Seine Arbeit befasst sich mit dem Einsatz physikalisch informierter und physikalisch geführter neuronaler Netze (PINNs und PgNNs) zur Vorhersage von Werkzeugverschleiß auf Basis unterschiedlicher, vorab erfasster Signale. Wir hatten die Gelegenheit, mit Radim über seine Forschung, seine Erfahrungen und die Eindrücke zu sprechen, die er während seines Aufenthalts am Institut gewonnen hat.

Forschung zwischen künstlicher Intelligenz und Zerspanung

Radims Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Fertigungstechnik. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der Verschleiß von Werkzeugen mithilfe neuronaler Netze zuverlässig vorhersagen lässt – ein Thema, das nicht nur wissenschaftlich reizvoll ist, sondern auch für die industrielle Praxis große Bedeutung hat, da Werkzeugverschleiß unmittelbar Bauteilqualität, Prozesssicherheit und Kosten beeinflusst.

Dass seine Wahl auf das PTW fiel, hat eine längere Vorgeschichte. Bereits während seines Masterstudiums hatte Radim die TU Darmstadt im Rahmen eines Erasmus-Aufenthalts kennengelernt. Diese Zeit zeigte ihm einen modernen Zugang zu den Fertigungstechnologien und ließ ihn das Universitätsleben und die Stadt Darmstadt schätzen. Als er sich anschließend näher mit den bisherigen Forschungsarbeiten des PTW beschäftigte, stand für ihn fest: Einen besseren Ort für seinen Forschungsaufenthalt gab es nicht.

Daten für ein neues Vorhersagemodell

Ziel der gemeinsamen Arbeit war es, Daten für ein neues Modell zur Vorhersage des Werkzeugverschleißes zu gewinnen. Radims Aufgabe bestand darin, ein Unterprogramm für eine neu in die Maschine integrierte Kamera vorzubereiten, dieses in das Versuchsprogramm einzubinden und den gesamten Aufbau so einzurichten, dass die Versuche reibungslos ablaufen konnten. Auf die Testphase soll im nächsten Schritt das Training des Modells folgen.

Ein junges, eng verbundenes Team

Besonders positiv blieb ihm die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen am Institut in Erinnerung. Über das Arbeitsumfeld geriet er ins Schwärmen:

Das Forschungsteam an diesem Institut ist jung, voller Wissen und eine wunderbar zusammengewachsene Gruppe von Menschen, die mir nicht nur geholfen haben, viel zu lernen, sondern mit denen ich auch die Zeit nach Feierabend genossen habe. Dafür möchte ich ihnen von ganzem Herzen danken.

Portrait Radim

Leben in Darmstadt

Auch abseits der Forschung fühlte sich Radim in Darmstadt schnell wohl. Er beschreibt die Stadt als international und voller Studierender, mit zahlreichen Orten, an denen man eine gute Zeit verbringen kann. Nach all der hier verbrachten Zeit hat Darmstadt für ihn längst einen besonderen Platz eingenommen.

Besondere Momente

Auf die Frage nach einem besonderen Moment muss Radim nicht lange überlegen – es waren gleich mehrere. Er erinnert sich an die Geburtstagskuchen-Runden nach dem Mittagessen, an Abende mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf der Suche nach dem besten Kebab-Laden der Umgebung, an den Merck-Lauf und an das gemeinsame Beisammensein und die Gespräche nach Feierabend.

Was bleibt – fachlich und persönlich

Aus seinem Aufenthalt nimmt Radim eine Vielzahl neuer Perspektiven auf sein Forschungsthema mit, dazu neue Freundschaften und – so seine Hoffnung – den Beginn einer Partnerschaft zwischen dem PTW und seinem Heimatinstitut.

Anderen jungen Forschenden würde er einen internationalen Aufenthalt ohne Zögern empfehlen. Jeder Aufenthalt könne neue Blickwinkel auf Forschungsfragen eröffnen und beide Seiten in ihrer Arbeit voranbringen. Den Wert des persönlichen Austauschs bringt er auf den Punkt:

„Wissenschaftliche Artikel präsentieren nur die Ergebnisse – aber im persönlichen Austausch versteht man ein Thema sehr viel tiefer.„

Wie er seinen Aufenthalt in einem einzigen Satz zusammenfassen würde?

„Mit einem Stück Kuchen in der Hand und einem großartigen Team lassen sich Erfahrungen und Informationen viel leichter teilen.“