Das PTW auf dem Digital Machining Market Place

Die Digitalisierung in der Produktionstechnik vorantreiben

04.06.2020

Die Digitalisierung ist heutzutage ein allgegenwärtiges Thema, mit dem sich natürlich auch das PTW im Rahmen von produktionsorganisatorischer und -technischer Forschung umfassend beschäftigt. Drei dieser Forschungsschwerpunkte werden im Rahmen der Online-Vortragsreihe Digital Machining Market Place vorgestellt und gewähren so einen Einblick in die Arbeit am Institut.

Das PTW lädt alle interessierten Zuhörer ein an diesen öffentlichen Vorträgen teilzunehmen. Melden Sie sich hier über das Formular unter Angabe der entsprechenden Vorträge an, um den Konferenzlink zeitnah vor der Veranstaltung zugesandt zu bekommen. Nachfolgend finden Sie die Übersicht über die angebotenen Vorträge und ein kurze Inhaltsbeschreibung:

01.07.2020 11:00 – 12:00 The potential of force and temperature sensor technology in cutting tools (English)

01.07.2020 13:00 – 14:00 Das Potential von Kraft- und Temperatursensorik in Zerspanungswerkzeugen (Deutsch)

02.07.2020 11:00 – 12:00 State of the Art: Process Monitoring in Industry (English)

02.07.2020 13:00 – 14:00 State of the Art: Process Monitoring in der Industrie (Deutsch)

03.07.2020 11:00 – 12:00 Pay-per-Stress: Stress-oriented, data-based payment model for machine tools (English)

03.07.2020 12:00 – 13:00 Pay-per-Stress: Stress-orientiertes, datenbasiertes Bezahlmodell für Werkzeugmaschinen (Deutsch)

1. Vortrag | Das Potential von Kraft- und Temperatursensorik in Zerspanungswerkzeugen

Die Ausrüstung von Zerspanungswerkzeugen mit Kraft- und Temperatursensorik stellt in vielen Bereichen ein großes Potential für Leistungssteigerungen in der spanenden Fertigung dar. So kann mit solchen Werkzeugen unter anderem die Werkzeug- und Prozessauslegung verbessert sowie eine Prozessüberwachung realisiert werden. Insbesondere Branchen, welche sich mit der Bearbeitung von Hochleistungsmaterialien bei gleichzeitig höchsten Qualitätsanforderungen konfrontiert sehen, können von der prozessparallelen Bestimmung des thermo-mechanischen-Belastungskollektivs und des damit verbundenen Einflusses auf die Bauteilqualität sowie den Werkzeugverschleiß profitieren.

Im Rahmen des Vortrags werden die Ergebnisse des CHIP-Projekts, in dem Schaftfräswerkzeuge mit Kraft- und Temperatursensorik ausgerüstet sowie zahlreiche Zerspanuntersuchungen in TiAl6V4 unter Variation der Prozessparameter und der Kühlschmierstrategie durchgeführt wurden, vorgestellt. Zudem wird die Funktion des Werkzeugs live an der Maschine demonstriert und es wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen geboten.

Referent: Christopher Praetzas (PTW TU Darmstadt)

Co-Referenten: C. Czettl & T. Teppernegg (CERATIZIT Austria GmbH)/T. Arens (Siemens Gas and Power GmbH & Co. KG)

2. Vortrag | Stand der Technik: Prozessüberwachung in der Industrie

Die hauptzeitparallele Überwachung des Produktionsprozesses stellt in der spanenden Fertigung einen wichtigen Faktor zur Steigerung der Bauteilqualität und der Produktivität dar. Mit entsprechenden Systemen können Prozessfehler frühzeitig erkannt und somit negative Auswirkungen auf das Bauteil minimiert werden. Beim Einsatz von Prozessüberwachungssystemen in der industriellen Fertigung ist jedoch auch die Sensitivität, die Handhabung und der Anlernaufwand der jeweiligen Systeme zu beachten.

Dieser Vortrag soll einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik von Prozessüberwachungssystemen im industriellen Einsatz liefern und die unterschiedlichen Einsatzfelder sowie deren wirtschaftlichen Nutzen aufzeigen. Weiterhin gibt der Beitrag einen Ausblick welche Potentiale und Entwicklungen im Zeitalter Industrie 4.0 mit zunehmender Vernetzung und Digitalisierung existieren.

Referenten:

Prof. Dr. Garret O'Donnell (Associate Professor of Department of Mechanical Manufacturing Engineering at Trinity College Dublin (TCD), Ireland and Founder of iSentioLabs )

Prof. Dr.-Ing. Matthias Weigold (Director of Institute of Production Management, Technology and Machine Tools (PTW))

3. Vortrag | Stress-orientiertes, datenbasiertes Bezahlmodell für Werkzeugmaschinen

Aufgrund der hohen Anschaffungskosten von Werkzeugmaschinen greifen viele Unternehmen auf Leasingmodelle zurück. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen können die Kosten eine finanzielle Herausforderung darstellen. Bei überdurchschnittlicher oder unsachgemäßer Nutzung kann der Restwert der Maschine signifikant sinken, sodass der Leasinggeber durch intransparentes Nutzungsverhalten ein höheres Risiko zu berücksichtigen hat. Moderne Werkzeugmaschinen sind zunehmend mit Sensoren zur Überwachung der Bearbeitungsvorgänge ausgestattet. Diese Datengrundlage kann helfen, aus der Beanspruchung der Maschine auf den Verschleiß ihrer Komponenten zu schließen und dadurch ein neuartiges stress-orientierts Bezahlmodell inkl. Datenbasierter Services zu ermöglichen. Dieser beruht auf dem so genannten Stressfaktor, der den aggregierten Maschinenverschleiß aufgrund des Produktionsprozesses beschreibt.

Im Rahmen des Vortrags werden die Ziele und aktuellen Zwischenergebnisse des Projektes “Pay-per-Stress" vorgestellt, in welchem ein neuartiges datengesteuertes Zahlungsmodell im Werkzeugmaschinenbau entwickelt wird. Dabei wird auf den strukturellen Aufbau des Modells und dessen exemplarische Berechnung eingegangen. Zudem wird der technische Aufbau an einer exemplarischen Maschine des PTW aufgezeigt.

Referent: Patrick Stanula (PTW TU Darmstadt)

Co-Referenten: Oliver Kohn (PTW TU Darmstadt)

Kontakt: