Gemeinsam gegen Covid-19

Fachbereiche Architektur und Maschinenbau der TU Darmstadt unterstützen Darmstädter Kliniken mit additiv gefertigten Vollgesichtsmasken

03.04.2020

Die Belastung des Gesundheitswesens durch die weltweite, sehr dynamische Ausbreitung von Covid-19 sind extrem hoch und die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird aktuell durch das Robert Koch-Institut insgesamt als hoch, für Risikogruppen als sehr hoch eingeschätzt. Durch die weiter ansteigenden Infektionsfälle und durch die erhöhte Vorratshaltung von medizinischer Schutzausrüstung ist der Bedarf an Infektionsschutzmaterial bei den medizinischen Einrichtungen besonders hoch. Daher hat das hessische Wirtschaftsministerium am Freitag (27.03.2020) Betriebe zur Unterstützung bei der Beschaffung bzw. Herstellung von Infektionsschutzausrüstung aufgerufen.

Daraufhin ergriffen Herr Peter Maier (Leiter Modellbauwerkstatt, FB Architektur) und Herr Mirko Feick (Leiter Mechanische Werkstatt PTW | PtU, FB Maschinenbau) in Eigenregie die Initiative zur kurzfristigen Herstellung von Mehrweg-Vollgesichtsmasken. Für dieses Hilfsprojekt wurden kurzerhand 300 Meter Kunststofffolie für die Herstellung von 900 Gesichtsvisieren kostenfrei von der Fa. Paul Auer GmbH aus Mannheim (Anlagenbau für Sandstrahltechnik) zur Verfügung gestellt.

Herstellung der Kunststoffhalterung mittels 3D-Drucktechnik (Bildquelle: Feick, PTW)

Bei der Herstellung der Kunststoffhalterung zur Befestigung der Gesichtsvisiere der insgesamt dreiteiligen Vollgesichtsmaske spielt der Einsatz von 3D-Drucktechnik eine essentielle Rolle. Hierfür wird die technische Infrastruktur durch die Modellbauwerkstatt des Fachbereichs Architektur (zehn 3D-Drucker) sowie durch die Institute des Fachbereichs Maschinenbau pmd (vier 3D-Drucker), PTW und PtU (mit jeweils einem 3D-Drucker) zur Verfügung gestellt. Sowohl durch eine geschickte geometrische Überarbeitung der Kunststoffhalterung durch Herrn Peter Maier als auch durch das prozesstechnologische Know-how der beiden Darmstädter Maschinenbaudoktoranden Johannes Geis (Institut pmd, FB 16) und Holger Merschroth (Institut PTW, FB 16) konnte die ursprünglich zweigeteilte Kunststoffhalterung aus fertigungstechnischer Sicht verbessert werden. Dadurch kann der Kopfbügel ab sofort einteilig hergestellt und dadurch Montageschritte eingespart, die Bauzeit um 25 % gesenkt und eine deutliche Produktivitätssteigerung erzielt werden. Mit den insgesamt 16 sich im Einsatz befindlichen 3D-Druckern werden aktuell 50 Mehrweg-Vollgesichtsmasken pro Tag produziert. Nach sehr kurzer Anlaufzeit konnten bereits am gestrigen Donnerstag (02.04.2020) die ersten 50 Vollgesichtsmasken an den AGAPLESION ELISABETHENSTIFT und weitere umliegende Kliniken verteilt werden. Alle beteiligten Institute und Personen freuen sich über die Möglichkeit, einen solch wertvollen und solidarischen Beitrag in aktuell schwierigen Zeiten leisten zu können.

Text: Dr.-Ing. Thomas Heep, PTW / 03.04.2020