Nachhaltige Produktion
04.05.2026
Wie können Unternehmen ihre Produktion klimafreundlich und ressourcenschonend gestalten?
Diese Frage steht im Zentrum der neuen Vorlesung Nachhaltige Produktion, die seit dem Wintersemester 2025/2026 am Fachbereich Maschinenbau angeboten wird. Ziel ist es, Studierende nicht nur mit theoretischen Grundlagen vertraut zu machen, sondern sie zu befähigen, nachhaltige Produktionssysteme aktiv mitzugestalten.
Die Veranstaltung richtet sich an Bachelorstudierende des Maschinenbaus, Wirtschaftsingenieurwesens sowie Energy Science & Engineering und ist als Wahlpflichtmodul mit maximal 30 Teilnehmenden konzipiert. Die kleine Gruppengröße ermöglicht:
- intensiven Austausch
- individuelle Betreuung
- enge Zusammenarbeit mit den Lehrenden
Begleitet wird die Vorlesung von Prof. Matthias Weigold und der ETA-Forschungsgruppe. Diskussionen, Gruppenarbeiten und eigene Fragestellungen der Studierenden stehen im Mittelpunkt.
Nachhaltigkeit im ingenieurwissenschaftlichen Kontext
Ein zentrales Anliegen der Vorlesung ist die präzise Einordnung von Nachhaltigkeit als Zusammenspiel ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte. Studierende lernen, Zielkonflikte zu erkennen, absolute und relative Nachhaltigkeit zu unterscheiden und Strategien kritisch zu bewerten – auch im Hinblick auf Greenwashing.
Ein wichtiger Rahmen ist der Transformationsplan des BMWE, der sich in fünf zentrale Schritte gliedert:
- Festlegung der Bilanzgrenze
- Ist-Analyse (Treibhausgasbilanz)
- Zielfestlegung
- Maßnahmenplanung
- Verankerung der Maßnahmen
Insbesondere die Emissionsbewertung im industriellen Energiesystem bildet die Grundlage für fundierte Entscheidungen. Ergänzend vermittelt die Vorlesung die Lebenszyklusanalyse, um Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu betrachten.
Weitere Themen sind die Kreislaufwirtschaft sowie die Digitalisierung, etwa in Form von Recyclingstrategien, zirkulärem Produktdesign oder datengetriebener Optimierung von Produktionsprozessen. Dabei wird auch kritisch hinterfragt, welche zusätzlichen Ressourcenbedarfe durch digitale Lösungen entstehen.
Besuchen Sie uns virtuell!
Unser 360°-Rundgang führt Sie durch die Vorlesungsumgebung der ETA-Lernfabrik!
Lernen außerhalb des Vorlesungssaals
Ein besonderes Merkmal ist die enge Verzahnung mit der ETA-Lernfabrik, in der theoretische Inhalte praktisch erprobt werden. Hier entwickeln Studierende unter realitätsnahen Bedingungen Lösungen und berücksichtigen technische, wirtschaftliche und organisatorische Aspekte.
Ergänzt wird dies durch Exkursionen in die Industrie. Beim Fahrradhersteller Riese & Müller erhielten die Studierenden Einblicke in ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategien entlang der Wertschöpfungskette. Beim Darmstädter Standort von Merck wurde deutlich, wie komplexe Produktionsprozesse mit Nachhaltigkeitszielen in Einklang gebracht werden – insbesondere unter Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen und sensibler Stoffströme. Der Vergleich zeigt die Vielfalt industrieller Ausgangssituationen und Lösungsansätze.
Projektarbeit als Prüfungsformat
Anstelle einer Klausur erstellen die Studierenden einen eigenen Transformationsplan nach BMWE-Vorgaben für eine Produktionsumgebung und präsentieren die Ergebnisse. Dieses praxisnahe Format fördert die eigenständige Vertiefung und orientiert sich an realen Anforderungen aus Industrie und Forschung.
Damit fungiert die Vorlesung als Brücke zwischen Bachelorstudium, weiterführenden Masterangeboten und industrieller Praxis und leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualifizierung im Bereich nachhaltiger Produktion.