Wirksamer Schutz gegen Produktpiraterie im Unternehmen

Wirksamer Schutz gegen Produktpiraterie im Unternehmen – Piraterierisiken erkennen und Schutzmaßnahmen umsetzen
Band 3 der Reihe Innovationen gegen Produktpiraterie. Mit Ergebnissen aus den Projekten: ProOriginal, KoPira, KoPiKomp, ProAuthent

; Albers, Albert; Aurich, Jan C.; Günther, Willibald A. (Hrsg.)
VDMA Verlag, Frankfurt am Main, 2010, S. 223
ISBN: 978-3-8163-0603-0
www.vdma-verlag.com

Ausgehend von einer unternehmensspezifischen Schwachstellen- und Risikoanalyse werden Strategien zum durchgängigen Produktschutz für Unternehmen entwickelt. Analysefelder sind dabei die Bedeutung des Produktes, die Wahrscheinlichkeit der Produktpiraterie und die Tragweite des Auftretens von gefälschten Produkten für das Unternehmen. Handreichung zu einem Quick Check, einer Balanced Scorecard und eine Einführung in juristische Handlungsfelder runden das Werk ab.

Das Ziel:

KMU ein praxistaugliches Instrumentarium an die Hand zu gegeben, um ihre Innovation auch langfristig auf dem globalen Markt effizient zu schützen und dabei nicht die Wirtschaftlichkeit außer Acht zu lassen.

Quick-Check

Zur Aufwandsminimierung wurde ein Quick-Check entwickelt. Über einen Fragebogen werden typische Risikobereiche, die zum Know-how-Abfluss und damit zu Produktpiraterie führen können, schnell und effizient abgefragt, bewertet und dadurch priorisiert. Damit können schnell besonders gefährdete Bereiche bearbeitet oder auch einfach der grundsätzliche Bedarf für eine detaillierte Analyse, etwa durch die PRMA, abgeklärt werden.

Piraterierisiko- und Maßnahmenanalyse – PRMA

Die Herausforderungen bestehen darin, dass die Maßnahmen lange vor Ein-treten des potentiellen Schadensfalls ausgewählt werden. Hierzu muss verstanden werden, welche Produkteigenschaften das Piraterierisiko maßgeblich beeinflussen und welche Maßnahmen diese Risiken verringern. Zu diesem Zweck wurde basierend auf der Failure Mode and Effect Analysis (FMEA) die PRMA entwickelt.

Kosten-Nutzen-Bewertung

Darüber hinaus ist zur Auswahl und Umsetzung von Schutzmaßnahmen auch eine wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Bewertung von großer Bedeutung, da davon ausgegangen werden muss, dass Kunden nicht bereit sind, die Mehrkosten für einen integrierten Produktschutz zu tragen. Im Rahmen von KoPira wurde des-halb ein Softwaretool zur systematischen Kosten-Nutzen-Bewertung entwickelt.

Anti-Piraterie-Balanced-Scorecard

Mit dem Instrument der Balanced Scorecard wurde ein Controllig-Instrument entwickelt, welches langfristig den effizienten Einsatz von Schutzmaßnahmen in Unternehmen steuert und die Unternehmensphilosophie zum Produktschutz verankert. Im Projekt „ProAuthent – Integrierter Produktpiraterieschutz durch Kennzeichnung und Authentifizierung von kritischen Bauteilen im Maschinen- und Anlagenbau" entsteht ein Schutzsystem, welches sich aus drei Hauptbestandteilen zusammensetzt: der Kennzeichnungstechnologie, welche die Komponenten eindeutig als Originale kenntlich macht, dem IT-System, welches die Informationen aus den Prüfprozessen verarbeitet und interpretiert und der anschließenden Systemreaktion, die Nachahmungen aufdeckt, den Kunden informiert und so Produktpiraterie auf Dauer eindämmt oder verhindert. Im Rahmen des Forschungsverbundprojektes KoPiKomp – Konzept zum Piraterieschutz für Komponenten von Investitionsgütern – wurde eine Anwendungssoft-ware entwickelt, die es Originalherstellern ermöglicht, die aufgezeigten Lücken zu schließen. Hierzu werden in einem zweistufigen Verfahren mit Hilfe der Piraterie-Risiko-Analyse die Pirateriegefährdung einzelner Ersatzteile berechnet sowie mit Hilfe von Schutzmaßnahmen-Profilen geeignete Schutzmaßnahmen abgeleitet. Zukünftig sind die Hersteller von Bau- und Landmaschinen in der Lage, das gesamte Wettbewerbsumfeld im Ersatzteilgeschäft zu durchleuchten und für jeden spezifischen Fall frühzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

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